SoWi LK – Völl

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Die tapferen Krieger/innen waren: 1. Reihe v.l.n.r.: Jörg Reifenscheid, Christian Matalla, Christian Poschmann 2. Reihe v.l.n.r.: Martin Schmidt, Mehmet Güzel, Angelika Nörenberg, Robert Liebich, Arne Kohler, Christof Roswora 3. Reihe v.l.n.r.: Christian Heuchert, Herr Völl, Daniel Müller, Mario Kyriasoglou, Rüdiger Scheffler

SW-LK II- Josef und (Angelika) Maria (Petra)

Es begab sich aber, daß das Volk zu Wahlen aufgerufen ward: zu LK-Wahlen nämlich. Und ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung von 22 Schülern fühlte sich berufen, Josef zu folgen. Einige Schüler erkannten bereits nach der sechsmonatigen Probezeit, daß sie sich hierbei jedoch etwas verwählt hatten. Josef aber entschied sich, nicht jeden dahergelaufenen Tagedieb in seine Gefolgschaft aufzunehmen, so daß nach einem weiteren asketischen Jahr geprägt von geistiger Läuterung und entbehrungsreichen Prüfungen ein harter Kern von 12 Jüngern (und einer Frau) übrigblieb. Dies geschah, weil ehemalige Mitglieder des Kurses sich entschlossen hatten, kurzerhand den Kurs, die Stufe, die Schulform oder gar die Stadt zu wechseln.

Doch Josef sah sich trotz des immer geringer werdenden Zuspruchs innerhalb seiner ursprünglichen Klientel, der Schülerschaft, niemals genötigt, die Vertrauensfrage zu stellen. Vielmehr suchte er sein Heil darin, den bereits vorher recht populären „Dialog mit der Jugend“ nun noch häufiger zu vertiefen, was seine Jünger nicht selten erkennen ließ, daß sie die ganze, allumfassende „Reine Lehre“ noch immer nicht verinnerlicht hatten. Josef versäumte es nun niemals, darauf hinzuweisen, daß dieser Sachverhalt, der besonders bei der Behandlung weit zurückliegender Themen (solche, die vor mehr als zwei Doppelstunden besprochen worden waren) zu beobachten war, seinen Jüngern, die fortan den Namen SoWi-LK trugen, nicht sehr gut zu Gesicht stünde.

Besonders schien es Josef die einzige Schülerin des Kurses (Quotenfrau!) mit Namen (Angelika) Maria (Petra) angetan zu haben, da sie es, anders als viele ihrer männlichen Kollegen, nicht vermochte, dem bissigen Humor des Lehrkörpers mit der nötigen stoischen Gelassenheit entgegenzutreten. So wurde der beliebteste Running-Gag unter den Jüngern der sogenannte Lombardsatz, ein Phänomen, dessen Erklärung hier, anders als im SW-LK, völlig fehl am Platze wäre.

Es trug sich jedoch zu, daß Josef seine Jünger in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen zu schriftlichen Prüfungen antreten ließ. Mit Argusaugen wachte er darüber, daß jeder Schüler die Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen (und zwar nicht dem seines Nachbarn) bearbeitete. Doch das Ergebnis war jedes Mal aufs neue ernüchternd. Um die Verdienste seiner Anhänger entsprechend zu würdigen, hatte sich Josef eine einzigartige Punkteskala erdacht, in der, anders als im herkömmlichen System, die oberen drei Punkte nach Meinung der Jünger gar nicht erreicht werden KONNTEN. Die Skala begann also bei 12 Punkten, die jedoch nur mit Maximalaufwand und mindestens drei Wochen harter Arbeit erreicht werden konnte. Für das Gros der Gefolgschaft war jedoch auch dieses Ergebnis reine Utopie, so daß man sich damit abfand, im LK II über eine gewisse Mittelmäßigkeit nicht hinauszukommen. Die feierliche Bekanntgabe des Ergebnisses der Niederschrift wurde meist getrübt durch Kommentare wie „Ja ja, das ist also der Wirtschaftsleistungskurs“ oder „Wir kommen scheinbar nicht aus dem Mittelmaß heraus“.

Des weiteren gilt es zu berichten von einem Jünger, der des öfteren gar garstig das Wort gegen den Meister erhob. Der Meister duldete diese Unverschämtheit je nach Laune mehr oder weniger mißmutig. Die Bewertung dieses Jüngers zeigte jedoch, daß die Note zur Sonstigen Mitarbeit nicht nur anhand der qualifizierten Beiträge zum jeweiligen Thema erstellt wurde, sondern scheinbar auch die Dreistigkeit gegenüber dem Meister eine entscheidende Rolle spielte, da dieser Jünger regelmäßig das höchste Lob einheimste.

Unter dem Gefolge befand sich weiterhin ein Jünger, der dem Meister nur selten seine ungeteilte Aufmerksamkeit widmete, da er sich während der 90minütigen Treffen stets bemühte, seinem inneren Frieden durch Meditation stetig etwas näherzukommen (Zitat Völl: „Schüler X schläft für Deutschland!!!“).

Nachdem die Jünger mehr oder weniger (eigentlich eher weniger als mehr) die Lehre verstanden hatten, wurden sie von ihrem Meister in die Welt entlassen, da dieser der Ansicht war, sie für das alltägliche Leben wohl gerüstet zu haben.

Ob dem wirklich so ist, wird die Zukunft zeigen, man kann jedoch festhalten, daß unser Meister sich allergrößte Mühe gegeben hat.

Mario & Martin

Lehrerartikel

SoWie ‘n LK

zu sein, hatten wir uns vorgenommen. Jetzt, rechtzeitig zur Begrüßung des Euro, ist es uns tatsächlich gelungen. Schade, daß der Unterricht nun auch schon vorbei ist. Schade auch, daß endlich durchschaute und lieb gewonnene Einrichtungen wie Diskontsatz und Lombardsatz (viele Grüße an Angelika) wieder abgeschafft wurden. Nicht wegzukriegen und wegzudenken wird aber unsere innige Beziehung zu Taenzers Ökonomie 2 und Hardes’ Volkswirtschaftslehre sein! Und das ist gut so.

Abrunden und beenden möchte ich meinen Gruß an Euch mit dem überaus trefflichen, jedweden sozio- ökonomischen Zusammenhang pfeilgrad auf den Punkt bringenden Hinweis (Originalton LK-Klausur), „daß der Verbraucher letztendlich spart, wo es ihm am gemütlichsten erscheint“.

Jawohl, so und nicht anders. In diesem Sinne machts gut.

Jupp Völl