Pädagogik LK – Hankammer

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Die tapferen Krieger/innen waren: 1. Reihe v.l.n.r.: Daniela Weinberg, Kathrin Kaiser , Mark Schwidden, Tobias Windler, Jonas Knüdeler, Gerardo Scheige, Verena Heinig, Kathrin Voß 2. Reihe v.l.n.r.: Daniela Voigt, Petra Totenhaupt, Johanna Dudek, Julia Batzke, Christine Tschech, Katharina Runge, Silke Sommer, Nina Wischnewski

Der Pädagogik LK – ein Konditionierungsversuch

Durch überzeugende Vorarbeit in der 11.1 entschieden sich immerhin 16 Schülerinnen und Schüler für den Pädagogik-LK. Der Regel entsprechend waren nur vier der sechzehn Mit- wirkenden männlichen Geschlechts…

… Schüler J. und G. treiben mal wieder Unsinn (spielen Hockey auf den Tischen, Schweinereien (nicht was ihr denkt), benutzen Gummibänder als Bassseiten, entfinden damit neue Rhythmen, malen Figürchen oder verzwickte Tattoo-Muster usw.), sind richtig laut und stören mit Sicherheit den Unterricht; na ja, sie verlegen ihn einfach in die hinteren Bänke.

Spontan stoßen T. und M. dazu, auch sie musizieren mit offensichtlichem Genuss, trinken Scotch und rufen laut: „VOSS“. So könnten sie die neunzig Minuten der Doppelstunde verbringen, werden aber von Frau H. ertappt, angelächelt, ermahnt, zum zweiten Mal ermahnt, beim dritten Mal ist dann meistens Schluß, und geduldig warten sie die nächstbeste Gelegenheit ab, um fortzufahren. Diese ergibt sich oft schon zwei Minuten später und das Spiel wieder von vorn…

…und sie haben es nicht leicht gehabt !

Zumindest konnten sie ihn Ruhe essen und trinken und störten dabei den Unterricht nicht maßgeblich. Sorgfältig packten sie ihre riesige Schmalzbrote aus, nahmen noch einen Schluck vom guten Scotch oder vom leckeren Kakao und entwickelten grandiose, fortschrittliche, revo-lutionäre Erziehungsgedanken, die ihren Ursprung in den Thesen berühmter Reformpädagogen hatten. //

Z.B. verteidigte Tobi stark Alexander Sutherland Neills Gedanken der antiautoritären Erziehung, wie sie in Summerhill stattfindet. Andere verteidigten Steiners Waldorfpädagogik, da seine anthroposophischen Lehren, im Kurs als etwas schwammig galten. Andere wiederrum neigten zu keiner besonderen Seite und es gab sogar noch solche, die meine Anthropologie und die darausresultierende Pädagogik für das Beste hielten (siehe Gerri) [hey, das stimmt nicht !].

Dennoch war es nicht leicht Behavioristen-Freunde zu finden. [das stmmt nicht, ich bin kein Behaviorist !!!] Von fast Allen wurde meine Pädagogik unterdrückt und als menschenun-würdig verkannt. ICH, BURRHUS FREDERIC SKINNER, Entdecker des operenten Kondi-tionierens werde verachtet, ja sogar misshandelt // Siggi ergreift das Wort: STOP, wo sind wir hier ? Werden ich und mein Menschenbild nicht erwähnt ? Ich, Vater der Psychoanalyse, mit Sicherheit werde ich als sexuell-fixierter, geiler Bock abgestempelt. Was ist denn mit dem ES, dem ICH und dem ÜBER-ICH, den ausgearbeiteten sexuellen Phasen der Kindheitsentwik-klung (Erik Eriksson: die ich deutlich verbessert habe), der Libido und der Destrudo und // Irinäus Eibl-Eibesfeldt ergreift das Wort: STOP, vergesst ihr uns nicht, den Konni und mich, wir haben doch entscheidende Arbeiten im Bereich der Entwicklungspsychologie geleistet und verdienen ein Minimum an Respekt, an Anerkennung für unsere Dienste im Sinne der Menschheit und SCHLUSS (Gerri ergreift das Wort), ich dachte, dass ich dazu verdonnert wurde den Bericht zu verfassen und deshalb wollte ich euch BITTEN, mit der Streiterei aufzu-hören, um mich in Ruhe den Bericht fertigstellen zu lassen (heute ist immerhin schon der 18.3.99 und ich habe ihn immer noch nicht abgegeben). Du stehst doch auf meiner Seite (jetzt spricht BURRHUS FREDERIC SKINNER) und in Wahrheit bist du nicht fähig solch ein Bericht anzufertigen, oder ?

Man sieht doch was bisher herausgekommen ist. Ich (Gerri) kann nichts dafür, dass // Jean Piaget ist jetzt an der Reihe: Mich habt ihr wohl völlig vergessen ? Zum Glück hält Mark P. zu mir und // Maria Montessori: Ein Kind braucht… // Sie wird von der Männergemeinschaft einfach ignoriert und untergebuttert: Weib, sei ruhig !

Sie ist still und wir können mit unserer Diskussion fortfahren: Wie ICH bereits sagte, werde ICH, BURRHUS FREDERIC SKINNER mich nicht mit solch billigen…

DAS REICHT, eindeutig, jetzt bin ich (Gerri) wieder dran. Allerdings ist es jetzt unmöglich mit dem Bericht fortzufahren. Einerseits weil ich die Orientierung verloren habe, andererseits weil der Platz ausgegangen ist (Ich glaube der Bericht sollte nur eine Seite umfassen).

Nun ja, ab und zu waren unsere Diskussionen nicht minder chaotisch, dennoch denke ich spreche ich im Sinne aller wenn ich sage, dass wir tolle zweieinhalb Jahre miteinander verbracht haben.

Alles Gute,

Gerardo

(nee,nee BURRHUS F.)

P.S.: Bedanken möchte ich mich auch für die Köstlichkeiten, die es beim Tabuspielen gab und im Namen aller: bei Frau Hankammer.

P.P.S.: Ich bin kein BEHAVIORIST.

Lehrerartikel

Voll normal – Schülerinnen / Schüler im Leistungskurs Pädagogik

(Nicht ganz) ernst zu nehmende Enthüllungen

Besondere Akzente bezüglich des Stundenverlaufs wurden bereits in dem Teil des Unterrichts gesetzt, den man gemeinhin als “ Motivationsphase “ bezeichnet.

Hiervon bekamen Jonas und Tobias nur einen Teil mit: Sie glaubten anscheinend, dass es ein Leben nach dem Pädagogikunterricht nicht gäbe. Entsprechend intensiv fiel der Abschied von ihren Freundinnen regelmäßig aus.

Auch Katharina hatte am Ende der Pausen eine Zeit lang Trennungsprobleme, die aber nach dem Abitur der letzten 13 sich von selbst lösten.

Johanna musste sich erst einmal Danielas Versuche, das im Pädagogikunterricht Gelernte auf die Erziehung ihres kleinen Bruders anzuwenden, anhören. Dafür revanchierte Johanna sich mit Berichten über ihre pädagogischen Bemühungen in der Jugendfreizeit.

Kathrin sah es als ihre Aufgabe an, Petra die Ergebnisse der von ihr versäumten Stunden mitzuteilen.

Daniela träumte noch von den Auftritten mit ihrer Band, Kathrin dagegen davon, dass Leverkusen Meister würde.

Silke kam nicht zum Träumen: Sie musste sich immer wieder gegen Tobias Filzstiftattacken zur Wehr setzen. Anschließend nahm sie sich jedoch noch Zeit, um über philosophische Fragen nachzudenken.

Nina und Verena hatten ihre helle Freude an Marks gesunder Gesichtsfarbe. – Er lief nämlich ständig rot an, wenn er nicht drankam, wann er wollte.

Gerardo kämpfte mit den etwa 15 Stühlen, die in der 12 regelmäßig auf und um seinen Platz gestapelt waren.

In der 13 hatte er dann keine Stuhlprobleme mehr, und er konnte sich in Ruhe seinem Frühstück widmen.

Julia und Christine tauschten montags immer in den ersten zehn Unterrichtsminuten ihre Discoerlebnisse aus.

Am Ende der 13 stellte sich jedoch die viel geforderte Reife ein, auf die jede Pädagogik abzielt:

Jonas kam nicht mehr ständig zu spät, Tobias fand immer wieder Möglichkeiten, sein Wissen über die Rationalisierung einzubringen, Silke fertigte perfekte Mind – Maps an, Christine, Mark und Katharina mussten nicht mehr jede Stunde zur Toilette und Gerardo antwortete auf Fragen zum Behaviorismus stets mit leerem Mund.

Man sieht – Erziehung bedeutet „Verhaltensveränderung“ .

H. Hankammer