Deutsch LK – Bastian

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„Fassen Sie die Grundaspekte ausführlich zusammen und nehmen Sie im Anschluß daran kritisch zu den vergangenen zwei Jahren Stellung.“

Schon vor Beginn der 11.2 war uns klar, was uns bevor stand: Als Mitglied in einem Elite-LK muß man auch adäquate Leistung erbringen. Der Druck war von Anfang an vorhanden und artete bald in einen Konkurrenzkampf aus, nach dem Motto: Jeder gegen jeden!

Doch irgendwie funktionierte es dennoch, der LK wurde eine Gemeinschaft, in der auch unser Damals- Noch- Nicht- Direx seinen Platz fand. In einem Wort: ein Kuriositätenkabinett!

Zunächst wäre da unser eigensinniger Kursvorsteher, der, wenn mal kein Babysitter zur Hand war, kurzerhand seine Brut mit in den Unterricht brachte, die uns mit Grimassenschneiden, fettigen Salamibroten und Montagsmalerambitionen der Arbeitsmoral entriß. Herr Bastian stellte noch so manches Mal sein Entertainment-Talent unter Beweis: Durch abnorme Körperverrenkungen, Rumgetänzele und animalische Laute (HÖÖHÖÖHHÖH) ließ er uns Wetten über ein mögliches Umfallen abschließen. Bis heute war er standhaft.

Weiter ging’s im Text. Schlüsselmotive wurden ausgiebig diskutiert und visuell in die Tat umgesetzt: WAHNSINN, SEXualität, JUDEN und RELIGION (Ich bin doch nur ein armer kleiner Religionslehrer). Einst packte ihn der Wahnsinn derartig heftig, so daß er nach einem Theaterbesuch schnaubend und wild gestikulierend vor der Parkhauskamera seine Schüler in die Flucht trieb.

Zur Verdeutlichung seiner Beziehung zu uns, hier ein kleiner Unterrichtsausschnitt:

Bastian: „Wie gut, daß die Y. heute nicht da ist, die hätte uns jetzt alles vorweggenommen!“

X.: „Bauen Sie ihr doch `n Denkmal!“

Bastian: „Bist wohl eifersüchtig, was?“

X.: „Nee, ich find das ganz einfach scheiße!!“

Bastian: „Ja, ja, ich liebe dich auch, X!“

Zurück zu unserem Kurs-Potpourie. Zu erwähnen wäre da die ewig nörgelnde Kontrafront, die keine Gelegenheit ausläßt, andere Mitstreiter bekehren zu wollen, die spontanen „Scheiß“-Kommentare unseres Teufelchens, das ewige Zuspätkommen unserer V.I.P., die markerschütternde, penetrante Lache aus der ersten Reihe, das triefende Schleimen der „trockenen Schleicher“, die „devote“ Riege und die cholerischen Anfälle eines Kursteilnehmers. Bleibt die Frage: Gibt es eigentlich Normale in unserem Kurs? – „Das läßt sich eindeutig belegen: es bleibt offen!!!“

Unsere Kreativität und Leistungsergebnisse wurden auch der Öffentlichkeit nicht vorenthalten, so nahmen einige von uns an Landeswettbewerben teil, wir fertigten Filme, Dokumentationen, Reportagen und Zeitungsartikel an und gestalteten nicht zuletzt vier Literaturcafés.

Überhaupt zeichnete sich bei unserem Lehrer ein gewisser Pressewahn ab, der dazu führte, daß wir im Schnitt einmal monatlich mit Bild in der Zeitung zu bewundern waren. Natürlich erwischte jener auch schlechte Tage, an denen er uns wieder einmal darauf aufmerksam machte, wie inkompetent, undiszipliniert, unbeständig und unzureichend unsere Arbeitsmoral sei. Um dies zu untermauern pochte er energisch mit seinem Ehering auf dem Tisch herum (Zweckentfremdung!!) und schüchterte somit seine Schützlinge bis aufs Äußerste ein. (hoffentlich ist der heute gut drauf!).

Positiv zu erwähnen wäre seine selbstlose Bereitschaft, seine Räumlichkeiten für Kurstreffen und Arbeitsfrühstücke zur Verfügung zu stellen, und obendrein Getränke zu spendieren.

Fazit: Es war ein signifikanter, produktiver, kreativer, multiperspektivischer, konstruktiver, temporär destruktiver, aber überwiegend amüsanter Zeitabschnitt!

Steffi und Verena